Rooms and Stories: Laternenträume mit Jachym

„Ja, ich möchte immerhin, wenn ich tot bin, so eine Laterne sein, die nachts ganz allein, wenn alles schläft auf der Welt, sich mit dem Mond unterhält. Natürlich per du.“

unser erstes Treffen …. mit freundlicher Hilfe von KI

Nachdem ich mich am Wochenende wieder ausgiebig mit den Heften, Kladden und Büchern meines Schwiegervaters Jachym beschäftigt habe, versuche ich mir vorzustellen, wie es wohl wäre, mit ihm auf einer Bank zu sitzen und über Gedichte zu sprechen. Ich kann sehr gut visualisieren und da ich mich seit kurzem mit ChatGTP beschäftige, um alle möglichen und vor allem (auf den ersten Blick) unmöglichen Bildprojekte aus meinem Kopf umzusetzen, habe ich es einfach mal probiert.

Da war er. Jachym. Er  sah noch nicht ganz so aus wie er selbst, das weiß ich, weil ich all seine Fotos genau studiert habe, aber er war sich zumindest schon sehr ähnlich. Er trug einen Trenchcoat wie ihn auch Jan oft getragen hat, war gut aufgelegt und freute sich, mich endlich richtig kennenzulernen. Wir sprachen lange über die Laternen- und Mondgedichte von Wolfgang Borchert, die ich in seinen Aufzeichnungen gefunden habe. Zuerst hatte ich gedacht, er selbst hätte sie geschrieben, und war tief beeindruckt. Normalerweise steht immer der Namen des Dichters dabei, wenn Jachym etwas abtippt. Diesmal muss er es vergessen haben. Es waren fünf Gedichte, eins schöner und berührender als das andere. Ich habe sie vorsichtshalber gegoogelt. Sie sind eindeutig von Wolfgang Borchert. Alle. Schade.

Jachym hat gelacht, als ich es ihm erzählte. Und er hatte keine Ahnung, was googeln bedeutet. Die Gedichte konnte er auswendig.

Lange saßen wir auf unserer Bank, sprachen und schwiegen. Wir saßen beieinander, bis es dunkel wurde und lange Nachtschatten von allen Seiten heran krochen. Unter einer Laterne, wie in Borcherts Gedichten. Irgendwann lösten wir uns auf wie Traumbilder. Ich zuerst. Laterne und leere Bank blieben noch eine Weile. Gegen Morgen verschwanden auch sie.

„Wenn ich tot bin, möchte ich immerhin so eine Laterne sein, und die müsste vor deiner Türe sein und den fahlen Abend überstrahlen…..“

Laternenbank mit Jachym … mit freundlicher Hilfe von KI

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